Meine 8 Tipps für ein gelungenes Selfie

Heute zeige ich euch meine Tipps, wie ihr mit eurem Handy schnell und einfach gelungene Selfies macht. Zugegeben, ich bin alles andere als eine Selfie-Queen und als Fotografin fühle ich mich hinter der Kamera um einiges wohler als vor der Kamera, aber trotzdem habe ich einige Tipps und Tricks auf Lager, mit denen deine Selfies in Zukunft besser gelingen können.

Alle hier gezeigten Selfies sind nur mit einem Smartphone (Android, 3 Jahre altes Modell) und ohne Hilfsmittel (wie z.B. Selfiestick) fotografiert und direkt im Handy mit einer App im „Retro-Stil“ bearbeitet worden (zu der App komme ich später noch im Detail).  Ich habe alles ganz bewusst so einfach wie möglich gehalten, damit diese Tipps auch für jede und jeden sodort umsetzbar sind. Übrigens sind fast alle Tipps auch für „normale“ Portraits umsetzbar, da die meisten Regeln fotografietechnisch allgemein gültig sind.

Hier sind nun meine 8 Tipps für gelungene Selfies mit dem Handy:

1. Das richtige Licht finden
Das ist meiner Meinung nach die allerwichtigste Regel für ein gelungenes Foto. Am besten fotografierst du bei Tageslicht und während der jetzigen Situation wirst du die meiste Zeit zu Hause verbringen, also welche Lichtquelle suchst du dir? Ein Fenster, richtig. Hier sind allerdings einige wichtige Dinge zu beachten:

-> Achte darauf, dass die Sonne nicht direkt auf dich scheint (du wirst zu hell bzw. gibt es unschöne Flecken).
-> Besser ist es zu warten, bis nur noch indirektes Licht durch das Fenster fällt (also keine direkte Sonne), dich in einen schattigen Bereich zu stellen oder wenn es draußen bewölkt ist, denn dann hat man schönes, flaches Licht (die Fotograf*innen sprechen von „diffusem Licht“).

Die ersten beiden Fotos habe ich in meiner Wohnung gemacht. Links fällt viel zu viel Sonne auf mich und beim rechten Foto habe ich mich zwar seitlich zum Fenster gestellt, trotzdem bin ich noch immer nicht perfekt „ausgeleuchtet“.

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Deswegen bin ich in mein Fotostudio gegangen und habe dort bei Tageslicht die Fotos gemacht. Der Vorteil bei meinem Studio ist, dass ich kein direktes Sonnenlicht habe und dadurch, dass das Studio weiße Wände hat, werde ich von allen Seiten gleich ein bisschen aufgehellt. (Wenn du dich z.B gegenüber einer orangefarbenen Wand fotografierst, dann reflektiert diese Wand ihre Farbe und du wirst als Ganzer eher orangefarbener erscheinen; helle Wände reflektieren das Umgebungslicht und machen dich ein bisschen heller, während dunkle Wände das Licht absorbieren/schlucken ).

-> Also trete nun vor ein Fenster, wo die Sonne nur indirekt rein scheint und dann mache das Licht noch ein bisschen weicher, in dem du entweder weiße, dünne Vorhänge vorziehst oder ein, zwei Schritte zurück gehst. So bist du im Gesicht gleichmäßig ausgeleuchtet und hast keine harten Schatten im Gesicht.

Beim linken Foto stehe ich vor meinem Fenster, das mit dünnen weißen Vorhängen ausgestattet ist. Das Gesicht ist gleichmäßig ausgeleucht. Rechts habe ich mich seitlich zum Fenster gedreht. Nun ist ein Teil des Gesichts schattiger und der andere Teil heller.

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Keine gute Idee ist es, sich mit dem Rücken zum Fenster zu fotografieren (siehe rechtes Foto), denn dann fotografiere ich gegen das Licht. Der Hintergrund wird viel zu hell, während ich selbst zu dunkel und auch zu flach werde. (Es gibt schon Techniken, um auch bei Gegenlicht perfekte Fotos zu bekommen, die sind allerdings ein bisschen anspruchsvoller bzw. benötigt man dazu zusätzliches Equipment und in diesem Beitrag geht es um einfache Tipps, die jede und jeder sofort umsetzen kann.)

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2. Schatten aufhellen
Okay, zugegeben dieser Tipp ist für die etwas anspruchsvollere Fotograf*innen unter euch, aber ich finde diesen Tipp einfach total verblüffend einfach und effektiv. Wenn du dich seitlich zu einem Fesnter stellst, dann entstehen auf der einen Seite deines Gesichts Schatten und diese Schatten kannst du mittels einem weißen Papier oder Zeichenkarton ganz einfach aufhellen. Du musst dazu nur ein Stück Zeichenkarton parallel zur Lichtquelle halten und schon wird das Licht vom Karton reflektiert und fällt auf dich. Ich habe hier eine Leichtschaumplatte aus dem Künstlerbedarf verwendet, es klappt aber mit jeder weißen, matten Oberfläche (du könntest auch ein Stück Stoff spannen oder eine Styroporplatte nehmen).

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3. Die richtige Perspektive finden
Am besten hältst du dein Handy mit ausgestrecktem Arm und dann schaust du, ob du dir besser gefällst, wenn du dein Hände eher auf Augenhöhe hältst oder wenn du von oben oder unten fotografierst. Ich rate allerdings davon ab, zu weit von oben oder zu weit von unten zu fotografieren.

Linkes Foto: Mein Handy ist zu weit oben. Mein Kopf wirkt größer als mein Körper. (Viele Bloggerinnen finden diese Pose vorteilhaft, da man dadurch schlanker erscheint, allerdings birgt diese Pose die Gefahr, dass man niedlicher/süßer/kindlicher, aber auch verletzlicher wirkt, wenn man von zu weit oben fotografiert.)

Rechtes Foto: Wenn ich mich von unten fotografiere, wirkt mein Kopf kleiner und mein Körper größer. Außerdem habe ich dann ein Doppelkinn,  welches ich hier durch geschickte Handhaltung kaschiere 😉

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4. Die Wahl des Hintergrundes
Wenn ich mal das richtige Licht gefunden habe, passt meistens der Hintergrund nicht. Kennst du das auch? Ich finde es eigentlich immer einfacher mir den Hintergrund passend zu machen, als das vorhandene Licht passend zu machen. Wenn also – wie in dem unteren linken Foto – das Licht passt (weil ich direkt vor dem Fenster mit dem diffusen, indirekten Licht stehe), mir aber der Hintergrund nicht gefällt (weil man das unaufgeräumte Studio sieht), dann kann man denn Hintergrund mit ein paar einfachen Handgriffen verändern.

Am einfachsten wäre es, wenn du deine Mitbewohner*innen bitten könntest ein Packpapier oder einen Stoff (wenn möglich in neutraler Farbe) zu halten, oder du spannst selber einen Stoff quer durch den Raum. Wenn das aber nicht geht, könntest du dir auch eine Leichtstoffplatte aus dem Künstlerbedarf (oder ähnliches) besorgen und diese hinter dir aufstellen, so wie ich es in dem rechten Bild getan habe.

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5. Den Selbstauslöser verwenden
Bei den meisten modernen Smartphones kann man einen Timer/Selbstauslöser einstellen. Am besten schaust du dafür in den Einstellungen deiner Kamera nach. Und wenn du dein Smartphone z.B. gegen ein paar Bücher anlehnst und den Timer auf 5 Sekunden stellst, dann bist du viel freier beim Fotografieren und kannst auch mal beide Arme zum Posen verwenden.

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6. Bilder nachbearbeiten, aber mit Gefühl
Und wenn du nun zufrieden mit deinem aufgenommenen Selfie bist, dann fehlt noch das Finish, also die Bildbearbeitung, bevor du dein Selfie posten kannst. Es gibt mittlerweile zahlreiche Apps und Foto-Filter für das Handy, mit denen man zum Teil wirklich viel aus den Bildern raus holen kann. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man die Fotofilter immer mit Gefühl einsetzt und das Foto nicht zu viel bearbeitet.  Ich habe die abgebildeten Fotos mit der kostenlosen App „VSCO“ bearbeitet (allerdings sind nur ein paar Filter gratis, für mehr Funktionen muss man eine kostenpflichtige Mitgliedschaft eingehen) und ich kann auch noch die kostenlose App „Snapseed“ empfehlen, die zahlreiche Bearbeitungfunktionen bietet.

Mein Geheimtipp für Fotofilter ist, dass du die Filter nicht mit voller Deckkraft anwendest, sondern die Regler etwas nach links ziehst, so wirkt der Effekt natürlicher. Vor allem die Retro-Look-Filter reduziere ich immer um cirka 50 Prozent.

Das linke Foto ist mit der App „Snapseed“ bearbeitet, das rechte Foto mit der App „VSCO“.

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7. Kreativ werden und sich austoben
Wenn du die Grundlagen für ein gelungenes Selfie beherrschst, kannst du nun zum wirklich spaßigen Teil übergehen, nämlich dass du deiner Fantasie freien Lauf lässt. Probiere doch mal andere Posen aus oder suche dir einen anderen Hintergrund. Das Wandbild in meinem Fotostudio eignet sich perfekt als Fotohintergrund. Oder gehe mal ins Stiegenhaus und schaue, ob du dort schöne Fotos machen kannst. Und auch punkto Bildbearbeitung kannst du mal was Neues probieren und andere Filter anwenden.

schoenfotografiert_selfie_tipps_kreativ werden

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8. Zeige mal neue Seiten an dir
Das Tolle an Selfies ist, dass man sich selber ausprobieren kann und so viele verschiedene Outfits anziehen kann, wie man will, denn du musst auf niemanden Rücksicht nehmen und du selber bestimmst, welche Fotos andere zu sehen bekommen. Ich habe auch mal was Neues ausprobiert und ein paar Fotos ohne Brille gemacht. Ich trage seit über zwei Jahren täglich eine Brille und kenne mich gar nicht mehr ohne. Welches Bild gefällt dir besser, mit oder ohne Brille? Ich bin auf die Antworten gespannt.

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Wie du siehst, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Und wenn du mal die Grundlagen anwenden kannst, dann steht einer inhaltlichen Auseinandersetzung nichts mehr im Wege und du kannst dir Aufgaben und Themen für deine Selfies überlegen.

Ich hoffe, dass dir meine Tipps helfen, bessere Selfies zu machen und dass du – gerade in Zeiten wie diesen – öfters zum Handy greifst, um Fotos zu machen.

Alles Schöne und gut Licht,
Tina

 

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