Wie schön fotografiert mein Leben veränderte

Am Anfang stand der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung, dann kam die Kündigung meines Jobs, dann der feste Entschluss sich als Boudoir- & Portrait-Fotografin selbständig zu machen, um möglichst vielen Frauen zu zeigen, wie schön sie sind (mehr zu den Gründen, warum ich Boudoir-Fotografin geworden bin, gibt es hier) und dann habe ich mich ein Jahr lang mittels verschiedener Ausbildungen und Workshops auf meine Selbständigkeit vorbereitet, um am 1.10.2015 meine Firma „schön fotografiert“ zu gründen. Das ist jetzt genau drei Jahre her und für mich ist es Zeit ein bisschen zu reflektieren und die letzten Jahre Revue passieren zu lassen.

Denn ja, in erster Linie gehe ich einer kreativen Tätigkeit nach und mir war von Anfang an klar, dass ich nicht nur fotografieren und Bilder bearbeiten werde, sondern dass ich als Selbständige auch unternehmerisch tätg sein werde, aber wie sehr ich es tatsächlich lieben werde, Unternehmerin zu sein, das war mir zu dem Zeitpunkt nicht klar.

Wie hat mich also meine Selbständigkeit, meine unternehmerische Tätigkeit, verändert? Und was sind die größten Herausforderungen für mich als Selbständige? Diesen Fragen möchte ich in diesem Blogbeitrag nachgehen. Was sind also die größten Veränderungen, was liebe ich am meisten am selbständig sein?

Kreativität und Liebe zum Beruf steht im Mittelpunkt meines Alltags
Also das Zentrum meiner beruflichen Tätigkeit ist das Fotografieren und das Bilder bearbeiten. Natürlich gehört da noch einiges mehr dazu, aber die Hauptaufgabe von schön fotografiert ist, wunderschöne Fotos zu machen und zu bearbeiten. Und genau das liebe ich! Ich liebe es zu fotografieren und Fotos zu bearbeiten. Ich liebe es, Menschen mit meinen Fotos zu begeistern, zu berühren und zu wissen, dass ich unvergessliche und unbezahlbare Erinnerungen für die Ewigkeit geschaffen habe und ich liebe es Frauen zu zeigen, dass sie schön sind und das Recht haben, sich in ihrem Körper wohlzufühlen.

(Ja, ich weiß, in diesem Absatz steht sehr oft die Phrase „ich liebe es“, aber es gibt keine anderen Wörter für mich, die diesen Zustand besser beschreiben könnten, denn ich liebe zu tausend Prozent meine berufliche Tätigkeit.)

Ich bin viele und vieles 😉
Zu meinem „Job“ (der kein Job ist) gehört aber noch viel mehr als Fotografieren und Bilder bearbeiten. Es müssen Anfragen per Mail beantwortet werden, Telefonate geführt werden, Shootings organisiert werden, Kennenlerngespräche vorbereitet und geführt werden, Fotoprodukte bestellt und/oder hergestellt werden, Fotopartys abgehalten werden und dann kommt noch das ganze bürokratische „Zeug“, das die Selbständigkeit mit sich bringt, dazu – Buchhaltung, Datenschutz, Marketing, Weiterbildung und so weiter. Ich bin viel mehr als Fotografin und Bildbearbeiterin. Und genau das mag ich an meiner Selbständigkeit: die Vielseitigkeit.

Ich bin Fotografin, Bildbearbeiterin, Kreative, Sekretärin, Buchhalterin, Datenschutzbeauftragte, Grafikerin, Marketingexpertin, Bloggerin, Gastgeberin, Beraterin, Freundin, Mutmacherin, Komplimentemacherin und noch vieles mehr. Und genau das entspricht auch meiner Persönlichkeit. Ich bin Zwilling vom Sternzeichen und tanze einfach wahnsinnig gerne auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig, daher kommt mir die berufliche Vielseitigkeit sehr entgegen.

Ich entscheide, wie mein Tag aussieht
Da ich meine eigene Chefin bin, kann ich auch jeden Tag selber und frei gestalten. Und diese freie Zeiteinteilung liebe ich an der Selbständigkeit. Ich habe mein eigenes Tempo und meinen eigenen Kopf und mir fiel es schon immer etwas schwer, mich in vorhandene Strukturen einzufügen und Dinge nach einer vorgeschriebenen Art und Zeitvorgabe zu erledigen. Das war mir zwar schon immer bewusst, aber so richtig klar wurde es mir es erst nach einigen Monaten Selbständigkeit.

Es tut mir gut, meinen Tag und meine Zeit selbst einzuteilen und jeden Tag selber zu entschieden, wieviel Arbeit ich reinstecke bzw. wie schnell ich arbeite. Natürlich habe ich auch fixe Termine, wie z.B. Shootings, aber abgesehen davon bin ich sehr flexibel in meiner Zeiteinteilung. Und wenn sich dann am Dienstagvormittag eine Freundin auf einen Spaziergang treffen will oder die Oma gerne eine Begleitung für ihren Wienbesuch hätte, dann kann ich mir die Zeit nehmen und dafür am Abend länger arbeiten.

Es ist aber nicht nur die freie Zeiteinteilung, die für mich ein klarer Vorteil ist, sondern auch die Tatsache, dass ich meine eigene Chefin bin und somit ich alleine entscheide, wann ich was wie mache – ohne, dass ich mich abstimmen oder lange auf Entscheidungen anderer warten muss. Und diese Freiheit liebe ich. Leider hat das zur Folge, dass ich – wenn ich mal nicht alleine entscheiden kann oder mit anderen Dienstleisterinnen und Dienstleistern zusammenarbeite – sehr ungeduldig werde und manchmal sehr zu kämpfen habe, wenn es nicht nach meinen Vorstellungen geht. Aber ganz ehrlich, frau lernt nie aus und ich lerne gerne täglich dazu.

Hat sich auch persönlich etwas geändert?
Definitiv! Ich bin mit Leibe und Seele Fotografin und Unternehmerin. Selbst und ständig, aber durchaus mit Grenzen, die ich gezogen haben (wie z.B. dass ich meine Mails nicht mehr ständig checke).

  • Ich bin viel glücklicher und geerdeter als früher, da ich jeden Tag das mache, was ich liebe und ich liebe wirklich jede Facette meines Unternehmerinnentums.
  • Ich bin viel strukturierter, da ich mir jeden Montag einen Wochenplan mache und jeden Tag in der Früh einen Tagesplan mache.
  • Ich bin viel reflektierter, da ich mich jeden Tag in der Früh hinsetze und den vorigen Tag schriftlich reflektiere (bevor ich den Tagesplan mache).
  • Ich bin vielseitiger als früher, da ich mir viele Skills (wie z.B. Drucksorten designen, Fotos bearbeiten, Werbeanzeigen erstellen) angeeignet habe.
  • Ich bin dankbarer, denn ich freue mich jeden Tag, dass ich das machen darf, was ich wirklich gerne mache.
  • Ich bin dankbarer, weil ich so vielen Frauen zeigen darf, wie schön sie sind und weil ich von so vielen Frauen, so viel Dankbarkeit für ihr neues Körperbewusstsein erhalte.
  • Ich bin meinem Körper gegenüber nicht mehr so streng wie früher und fühle mich mit und in mir wohl – denn wenn ich anderen Frauen vermitteln will, dass sie alles Recht der Welt haben, sich in ihrem Körper wohl zu fühlen, dann muss auch ich das Recht haben, mich in meinem Körper wohl zu fühlen. Und es fühlt sich gut an mit sich selbst zufrieden zu sein.
  • Ich habe gelernt mit meinem Perfektionismus zu leben und ihn ab und zu auch mal sein zu lassen, denn sonst komme ich nie voran.
  • Ich habe bemerkt, dass ich definitiv die besten Menschen als Familie und Freunde in meiner Welt haben darf, denn ich habe ich in den letzten 3 Jahren (und darüber hinaus) so viel Unterstützung, Motivation, Energie und Liebe erhalten, dass es gar nicht ausreicht einfach nur DANKE zu sagen.

Ich lebe jeden Tag meinen Traum und es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Und wenn dann eine Kundin sich bei mir für ihre Fotos bedankt und ich sie mit meinen Fotos berühren kann, dann bin ich die glücklichste Person auf Erden.

Natürlich gibt es auch manchmal Herausforderungen und Aufgaben, die unnötig viel Zeit kosten, aber daran wachse ich und Herausforderungen gehören dazu. Jeden Tag gehe ich ein Stückchen weiter den Weg, lerne dazu und lerne unheimlich viele nette Menschen kennen, die mich ein Stück weit auf meiner Reise begleiten.

Ich danke meiner Familie und meinen Freundinnen und Freunden, dass sie mir Flügel zum Fliegen geben und trotzdem dafür sorgen, dass ich mit beiden Beinen am Boden bleibe und ich danke meinen Kundinnen, dass ich sie fotografieren und mit meinen Bildern glücklich machen darf!

Alles Schöne,
Eure Tina

schoenfotografiert_blog_tina-2Foto: Don Al Jeffre
Make-up & Hair: Zauberhafte Braut Make-up & Hair

Beitragsfoto: Laura Weichselbaum

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